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Ehrenamtliche Mitarbeit im Justizvollzug

Zielgruppe - um wen geht es?
Die Bewältigung von Lebensproblemen kann der Entwicklung und Reifung des Menschen dienen. Dabei können Jugendliche, Frauen und Männer scheitern und in die Straffälligkeit abgleiten. Kriminalität kann unterschiedliche Hintergründe haben:
• negative Kindheitserfahrungen
• belastete familiäre Beziehungen
• unzureichende schulische/berufliche Bildung
• fehlende persönliche Lebensperspektiven
• gestörtes Selbstbewusstsein
• ein fehlender Arbeitsplatz
• finanzielle Probleme
• ein schwieriges soziales Umfeld
• unbewältigte Suchtprobleme
• kulturelle Entwurzelung
• ...

Dies sind keine Entschuldigungen, können jedoch nachvollziehbare Erklärungen für straffällige Handlungen sein.

Inhaftierte Menschen brauchen vielfältige Beziehungen, um nicht weiteren Schaden zu nehmen.
Ehrenamtliche Arbeit vermittelt die Realität der vielfältigen, allgemeinen Lebensverhältnisse und bietet somit Orientierungen für ein Leben in Freiheit und in sozialer Verantwortung.

Hilfe - was brauchen inhaftierte Menschen?
Straffällig gewordene Menschen  brauchen Begleitung und Unterstützung durch eine verlässliche und konstruktiv-kritische Beziehung zu Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren; z.B.:
• beim Erlernen von Fähigkeiten und Fertigkeiten
• bei Aufbau und Stabilisierung von sozialen Beziehungen
• bei der Überwindung von Sprachbarrieren
• bei der Auseinandersetzung mit Suchtproblemen
• beim Umgang mit Geld und Schulden
• bei einer sinnvollen Freizeitgestaltung
• beim Umgang mit Ämtern und Behörden
• bei der Suche nach Wohnung und Arbeitsplatz
• bei der Vorbereitung der Haftentlassung
• bei der Integration
• ...

Fähigkeiten - was bringen Sie mit?
Die ehrenamtliche Arbeit mit inhaftierten Menschen ist nicht immer einfach. Sie müssen keine Expertin/ kein Experte sein, doch sollten Sie ihre Lebenserfahrungen und persönliche Fähigkeiten einbringen, die Ihnen die Arbeit mit inhaftierten Menschen erleichtern. Folgende Fragen können Ihnen bei ihrer Entscheidung helfen:
• Haben Sie Zeit und suchen nach einer sinnvollen Tätigkeit in der Freizeit?
• Sind Sie kontaktfreudig?
• Hören Sie anderen Menschen gerne zu?
• Möchten Sie sich auf Menschen in schwierigen Lebenssituationen einlassen?
• Können Sie auch einmal "nein" sagen?
• Haben Sie Interesse an Bildungsarbeit und Erfahrungen im sozialen Bereich?
• Haben Sie sprachliche oder kreative Fähigkeiten?
• Haben Sie Interesse an religiösen und ethischen Fragen?
Angebote - was bekommen Sie und was können Sie tun?
Das Justizvollzugskrankenhaus ist an ehrenamtlicher Mitarbeit sehr interessiert. Es ist eine anspruchsvolle, manchmal auch schwierige Aufgabe. Sie entscheiden, wie viel Zeit Sie sich dafür nehmen. Sie können mit Unterstützung rechnen:
• Informationen und Beratung vor Ort (jede JVA hat einen Ansprechpartner/in für Ehrenamtliche)
• einführende Schulungen und Weiterbildungsangebote
• Begleitung in Gesprächskreisen
Sie haben verschiedene Möglichkeiten sich einzubringen:
• Sie können zu Inhaftierten Briefkontakt aufbauen
• Sie können einen Menschen besuchen und während seiner Haft begleiten
• Sie können Ihre Fähigkeiten in eine Gruppe mit Gefangenen einbringen
Begegnung mit Inhaftierten Menschen
• schaffen neue Sensibilität für andere und eigene Lebensgeschichten
• eröffnen eine neue Sicht auf andere und eigene Lebensfragen
• lassen gesellschaftliche Probleme in einem neuen Licht erscheinen
© Alle Angaben aus dem Flyer "Bürgerschaftliches Engagement im Justizvollzug"

Das Justizvollzugskrankenhaus Hohenasperg ist sehr daran interessiert ehrenamtliche MitarbeiterInnen und BetreuerInnen zu gewinnen.
Wenn Sie Interesse haben einen Gefangenen zu besuchen und länger zu begleiten, nehmen Sie bitte Kontakt zu unserem katholischen Seelsorger Herr Schmid-Keimburg (07141-669193) auf.

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